Navigation

Servicemenü

Menü überspringen

Hauptmenü

Museum Starnberger See

Possenhofener Strasse 5
82319 Starnberg

Tel.: 0 81 51/44 77 57-0
Fax: 0 81 51/44 77 57-9

info@museum-starnberger-see.de

Öffnungszeiten:
Di. - So. 10 - 17 Uhr


Derzeit zu sehen

Franz Graf von Pocci - Ein Multitalent vom Starnberger See

bis 23.10.2016

Franz Graf von Pocci (1807-1876) gehört zu den kulturell bedeutendsten und schillerndsten Persönlichkeiten der bayerischen Geschichte. Allein die vielfältigen Bezeichnungen, die ihm in Buchtiteln zu Teil werden, wie z. B. "Simplizissimus der Romantik", "Dichter", "Zeichner", "Kompositeur", "Musiker", "Jugendschriftsteller", "Oberhofmarschall", "Kinderfreund", "Kasperlgraf", "universelles Talent", "Freund der Musen", "Zeremonienmeister", "Künstler", zeigen wie facettenreich Pocci war.

Die Ausstellung zeigt das Leben und Werk von Franz Graf von Pocci in all seinen Facetten. Anhand von größtenteils noch nie gezeigten Originalzeichnungen, einem biografischen Film der Filmemacherin Angelika Weber und Hörbeispielen gibt sie nicht nur Einblicke in die Seele des Ammerländer Multitalents, sondern erzählt auch viel über das geistig-künstlerische Leben im München des 19. Jahrhunderts.

Über 40 Jahre lang diente Pocci den bayerischen Königen Ludwig I., Maximilian II. und Ludwig II. Neben seinen zahlreichen Aufgaben am königlichen Hof fand der Schlossherr von Ammerland am Starnberger See (den Besitz hatte bereits Poccis Vater 1842 von König Ludwig I. als Lehen erhalten) Zeit, ein umfangreiches künstlerisches Werk zu schaffen.

Bekannt ist Pocci vor allem als Schöpfer der Figur des "Kasperl Larifari", des Stars des Münchner Marionettentheaters, bei dessen Gründung 1858 er tatkräftig half und für das er über 40 Stücke schrieb. Generationen von bayerischen Kindern sind mit den Abenteuern von Larifari und seiner Gretel groß geworden. Aufgrund der Popularität der Figur des bauernschlauen Kasperls wurde Pocci auch als "Kasperlgraf" bezeichnet.

Weniger bekannt ist, dass Pocci zahlreiche Gedichte verfasste und über 600 Musikstücke komponierte, darunter eine Version des berühmten Volkslieds "Wenn ich ein Vöglein wär". Häufig illustrierte er die Veröffentlichungen seiner Dichtungen und Kompositionen selbst, war aber auch für seine Freunde als Illustrator tätig.

Ein ganz besonderer Charme geht von seinen Karikaturen aus. Schon als Jugendlicher hat er die Gäste seines Elternhauses aufs Korn genommen und sie unter Betonung ihrer Eigenheiten porträtiert. Später waren es vor allem Freunde, hohe Würdenträger und Hofräte sowie Mitglieder verschiedener (Männer-)Clubs in München, wie etwa der "Gesellschaft der Zwanglosen" oder der Gesellschaft "Altengland", die von ihm mehr oder weniger spöttisch und hintersinnig, in jedem Fall aber mit viel Humor zeichnerisch charakterisiert wurden. Die Mitgliederlisten dieser geselligen Vereine lesen sich wie ein "Who is Who" der Münchner Gesellschaft.

Als ein Karikaturist der ersten Stunde zeichnete Pocci für die ab 1844 erscheinenden Münchner "Fliegenden Blätter" humoristische Illustrationen. Mit dem Charakter des "Staatshämorrhoidarius" setzte er dem bayerischen Beamten ein Denkmal, indem er den Alltag und die Mentalität eines "typischen" Staatsdieners karikierte.

Darüber hinaus hinterließ er Landschafts- und Architekturzeichnungen, in denen er unter anderem seine Heimat am Starnberger See porträtierte. Sie sind heute wertvolle Dokumente zur Lokalgeschichte. Zu erwähnen sind ferner Scherenschnitte, sogenannte Klecksographien und das von ihm selbst entwickelte Genre der Viola Tricolor. Aus all diesen Arbeiten spricht sein unerschöpflicher Humor. 

Danksagung

Ein besonderer Dank gilt den Leihgebern der Exponate, allen voran, der Bayerischen Staatsbiliothek München, dem Münchner Stadtmuseum und der Franz Graf von Pocci Gesellschaft, Münsing.

 

Intermezzo zur "Starnberger Heiligen"

Die "Starnberger Heilige", zur Zeit nicht zu sehen

Collagen und Malerei in Aquarell und Acryl, 2005

von Christine Johne

Bis zur Rückkkehr der "Starnberger Heiligen" - eine der bedeutendsten Skulpturen des Rokoko-Bildhauers Ignaz Günther (1725 - 1775) - an ihren angestammten Platz im Museum Starnberger See, sind an ihrer statt Werke der Starnberger Künstlerin Christine Johne zu sehen. Johne hatte sich schon vor einigen Jahren intensiv mit der "Heiligen" auseinandergesetzt und dazu mehrere Collagen gestaltet. Die Skulptur selbst wird derzeit einer restauratorischen Untersuchung unterzogen. Voraussichtlich Ende des Jahres werden die Untersuchungen abgeschlossen sein.

 

 

 

 

 


Fußzeile