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Museum Starnberger See

Possenhofener Strasse 5
82319 Starnberg

Tel.: 0 81 51/44 77 57-0
Fax: 0 81 51/44 77 57-9

info@museum-starnberger-see.de

Öffnungszeiten:
Di. - So. 10 - 17 Uhr


Die Wittelsbacher und der Starnberger See

Das „schwimmende Schloss“, der „Bucentaur“
Die Bugfiguren "Löwe" und "Schwan", beides Originale aus dem Jahre 1768

Die meisten Menschen verbinden mit dem Starnberger See den Tod von König Ludwig II. Wer weiß schon, dass die Bayerischen Herrscher den See schon seit dem 16. Jahrhundert als Ort für ausladende Feste und Jagden auserkoren haben und hierfür eine beeindruckende Flotte bauen ließen? 

Ein Film über die höfische Schifffahrt auf dem Starnberger See führt in diese Schwerpunktthema ein. Er erzählt von den Anfängen der Schifffahrt, ihrem Höhepunkt im 17./18. Jahrhunder und von ihrem Ende, im Laufe des 19. Jahrhunderts, als die Wittelsbacher den See vor allem nutzten, um sich vor dem Trubel der Regierungsgeschäfte zurückzuziehen. 

Ein Spektal der besonderen Art waren im 17. und 18. Jahrhundert des bayerischen Hofes. Im Mittelpunkt stand das "schwimmende Schloss", der "Bucentaur", das schönste und größte Prunkschiff, das hier jemals gebaut worden ist. Kurfürst Ferdinand Maria ließ es für seine Gemahlin Henriette Adelaide nach venezianischem Vorbild 1662 in Auftrag geben. Drei von den vier noch vorhandenen Originalausstattungsstücken des Schiffes präsentiert das Museum. 

Die Bugfiguren der "Carolina"
Der "Delphin", das letzte erhaltene Prunkschiff der Wittelsbacher

Das 1. Obergeschoss steht ganz im Zeichen der Wittelsbacher Könige und ihrer Lustschiffe, beginnend mit Max I. Die "Carolina" war das Leibschiff (Baujahr 1803) des Kurfürsten Max IV. Joseph, des späteren Königs Max I. Am nachgebauten Bug hängen die namensgleiche Bugfigur, zwei Sirenen und acht "Kindl" – allesamt Originalstücke von Joseph Muxel.

Von König Ludwig I. weiß man, dass er wenig Interesse an Ausflügen auf dem Starnberger See zeigte. Kurioserweise entstand unter seiner Regentschaft der "Delphin", dessen Bau er allerdings nicht angeordnet haben soll. Das fast zwölf Meter lange Ruderschiff mit Kabinett ist das einzig vollständig erhaltene Prunkschiff der Wittelsbacher Könige und somit Glanzstück des Museums.

Im Gegensatz zu Ludwig I., liebte sein Sohn und Nachfolger Max II. den "Fürstensee". Er unternahm mit dem "Delphin" häufig Fahrten zur Roseninsel, bis sein privates Dampfschiff "Maximilian" im Jahr 1855 fertig gestellt war. Nach seinem Tod nutzte es sein Sohn Ludwig II. ausgiebig unter dem Namen "Tristan".

Die Münchner und der Starnberger See

Die Dampfschifffahrt und die Eisenbahnstrecke München-Starnberg verdanken die Touristen dem Baurat Johann Ulrich Himbsel
Der "Triton" wurde 1890 von dem Münchner Künstler Rudolf Maison geschaffen
Die "Villenkolonie Niederpöcking" war eine der frühesten Villensiedlungen am Starnberger See

Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckten Münchner Künstler wie der Maler Karl August Lebschèe den Starnberger See als Sujet ihrer Werke und siedelten sich teilweise hier an. Seitdem die Künstler ihre Zeichnungen in München ausstellten, träumten immer mehr Bürger von einer Sommerfrische in dieser schönen Landschaft. Immer mehr Bürger mieteten sich in Gasthäuser ein oder logierten bei Bauern und Fischern. Schließlich wurden die ersten Seegrundstücke erschlossen und darauf kleine Sommerhäuser errichtet. Ebenso entstanden die ersten repräsentativen bürgerlichen Villen.

Mit der Einführung von Dampfschifffahrt (1851) und Eisenbahn (1854) durch Baurat Johann Ulrich Himbsel begann der Tourismus am Starnberger See. Mitte des 19. Jahrhunderts. In den Uferorten entstanden neue Gasthäuser, Cafés und Hotels sowie ein wachsendes Freizeitangebot. Modelle und eine Vielzahl von Fotografien und Postkarten dokumentieren diese spannende Zeit.

Dabei dürfen auch nicht die Raddampfer Ludwig, Bavaria, Wittelsbach und Luitpold fehlen. Der Salondampfer Luitpold, benannt nach Prinzregent Luitpold, zählte wegen seiner prächtigen Ausstattung zu den schönsten Schiffen Deutschlands. Das Museum zeigt in restaurierter Form die knapp zwei Meter lange Galionsfigur "Triton" des "Luitpold".

Den inhaltlichen Abschluss der neuen Dauerausstellung des Neubaus bildet das Modell der Villenkolonie Niederpöcking mit umfangreichem Plan- und Bildmaterial zu den dort vorhandenen Villen.


Das „Lochmann-Haus“

Das "Herrenzimmer" mit seiner Holzvertäfelung aus dem Jahre 1520
Die "Heilige" von Ignaz Günther

Das Lochmann-Haus ist das älteste, sich noch am ursprünglichen Ort befindende Bauernhaus der Region Starnberger See. Es wurde 1693 von den Tutzinger Hofmarksherren errichtet. Das Obergeschoss war für die adelige Familie reserviert.

Im Untergeschoss lebte die Familie des Pächters, die ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft und Fischerei erwirtschaftete.

Das Gebäude selbst ist das hervorragenste Exponat dieser Ausstellungseinheit. Im "Herrensaal" kann zum Beispiel eine Vertäfelung aus dem frühen 16. Jahrhundert bewundert werden. Sie stammt aus einem Vorgängerbau. Beeindruckend ist auch die Küche im Untergeschoss. Unter einem riesigen Kamin befindet sich ein gemauerter Herd. Gekocht wurde über offenem Feuer.   

In der im Zuge der Museumsgründung 1914 angebauten "Kapelle" ist neben anderen sakralen Skulpturen die 1755 von Ignaz Günther geschaffene Heiligenfigur zu sehen. Sie ist eines der "Highlights" der Sammlung.

Im ebenfalls schon 1914 erbauten "Bildersaal" werden Werke regionaler Künstler aus der umfangreichen Grafik- und Gemäldesammlung des Museums gezeigt.

 

 


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